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Nachdem Capcom mit Resident Evil das Genre des Survival Horror aus der Taufe gehoben hatte, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, wann auch andere Publisher mit diesem Rezept Erfolg haben wollten. Konami brachte im Jahre 1999 das einzige Konkurrenzprodukt heraus, dass es mit dem Zombiehorror qualitativ aufnehmen konnte. Das Spiel hieß SILENT HILL und erschuf ein Universum, welches zahlreiche Nachfolger hervorbrachte und auch heute noch auf eine treue Fanbasis bauen kann.

Die Ausgangslage der Story ist schnell erzählt. Harry Mason, der Held des Spiels, macht mit seiner Tochter Cheryl einen Ausflug mit dem Auto. Bei dem Versuch einem plötzlich auf der Straße auftauchenden Mädchen auszuweichen, landet das Gefährt im Graben. Als Harry aufwacht, ist seine Tochter verschwunden. Bei der anschließenden Suche in der nahen Kleinstadt Silent Hill trifft er auf sonderbare Gestalten und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur.

Ihr fragt euch sicher, was Silent Hill nun so besonders machte. Nun, da wäre zunächst einmal die Grafik zu nennen. Sie wurde in Echtzeit-3D berechnet, ein großer Unterschied zu den vorgerenderten Hintergründen in Resident Evil. Ein aus der Not geborener Kunstgriff, verhalf dem Spiel dabei zu seiner unvergleichlichen Atmosphäre. Weil die Hardwarekapazitäten der PS1 zur damaligen Zeit recht eingeschränkt waren, entschied man sich die fehlende Weitsicht durch dicken Nebel zu kaschieren. Dies erwies sich als wahrer Glücksfall und ist auch in den späteren Teilen ein zentraler Punkt der Grafik geblieben, obwohl es technisch nicht mehr notwendig gewesen wäre.

Ausgerüstet war Harry nur mit einer Taschenlampe, einfachen Schusswaffen (mit extrem wenig Munition) und einem Radio. Nach und nach fand man auch Karten, die man dringend brauchte, um sich in der Stadt und den vielen Räumen der Gebäude zurechtzufinden. Elementar waren die Rätsel, die mir manchmal ziemliche Schwierigkeiten bereiteten und erheblich schwerer waren als in Capcoms Zombiespiel.

Ich persönlich hatte damals keine großen Erwartungen. Ich machte das Licht aus, schaltete die Konsole an und harrte der Dinge, die nun kommen würden. Die folgenden 10 Minuten waren mit das Intensivste, was ich bis dahin je gespielt hatte. Die surrealen Kamerafahrten und die absurden Kreaturen allein erschufen schon einen psychologischen Horror, den ich bis dahin nicht kannte.

Aber der Sound, dieser unglaubliche Sound war das Gruseligste. Wenn das Radio anging und sich dann blutbefleckte Hunde schnell näherten, rutschte mir das Herz in die Hose. Akira Yamaoka hieß der Komponist, dessen Genialität einen Großteil der Faszination dieses Spiels für mich ausmachte. Der verstörende und teilweise traurige Instrumentalsound verursachte bei mir ein Gefühl der Einsamkeit und Hilflosigkeit und zog mich mehr und mehr ins Spiel hinein. Zur weiteren Story will ich eigentlich nichts mehr sagen, die sollte jeder selbst spielen. Nur soviel, es gibt verschiedene Enden, die eine Langzeitmotivation garantieren.

Silent Hill ist und bleibt für mich eines der besten Spiele aller Zeiten.

 

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Bewertung: super!

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